aktuelle ausstellung 

Fotos: Lys Y Seng

 Fotografie: Daniel Stier, Apple, 2018

Biennale für aktuelle Fotografie

 

Between Art and Commerce

29. Februar bis 28. Juni 2020

Hein Gorny, Maurice Scheltens & Liesbeth Abbenes, Bryan Schutmaat, Daniel Stier
Christopher Williams, Thomas Wunsch

Stärker als in anderen Kunstformen verschmelzen in der Fotografie künstlerische und nicht-künstlerische – etwa dokumentarische oder kommerzielle – Aspekte miteinander. Die Akzeptanz der komplexen Beziehung zwischen Kunst und Nicht-Kunst führte unter anderem dazu, dass die Fotografie in den 1920er und 30er Jahren vermehrt Aufmerksamkeit erfuhr. Gerade in jüngerer Zeit arbeiten Fotograf*innen wieder verstärkt an der Schnittstelle von künstlerischer und kommerzieller Praxis.

 

Hein Gorny zählte in den 1920er und 30er Jahren zu den erfolgreichsten Produkt- und Werbefotografen in Deutschland. Seine Bildästhetik, auch die seiner experimentellen Arbeiten, war stark von der Neuen Sachlichkeit und dem Neuen Sehen geprägt.

In den Fotografien des niederländischen Künstlerduos Scheltens & Abbenes greifen freie und angewandte Kunst ineinander. Ihre präzise inszenierten Stillleben sind immer beides zugleich, am Ende zählt für sie nur das überzeugende Bild. Fasziniert von der üblichen Unterscheidung, die zwischen künstlerischer und kommerzieller Fotografie gemacht wird, hebt Daniel Stier diese Trennung in Präsentationen seiner Arbeiten auf. Ebenso wie Christopher Williams geht er davon aus, dass eine solche Trennung weniger mit dem Bild, als vielmehr mit dem Kontext und einer Erwartung zu tun hat. Christopher Williams zeigt durch minimale Verschiebungen wie konventionelle Darstellungsformen unsere Vorstellung von Realität prägen.

Die Coverfotos von Thomas Wunsch für das Musiklabel ECM oszillieren zwischen Abstraktion und einer Ahnung von Gegenständlichkeit. Die Frage was oder wo er fotografiert hat, bleibt dabei offen, das Bild steht für sich. Bryan Schutmaat ist im Auftrag des Uhrenherstellers Timex durch die USA gereist, um für eine Kampagne die Menschen und die Landschaften zu dokumentieren. Beauftragt wurde diese Arbeit aufgrund der spezifischen Ästhetik von Schutmaats künstlerischer Arbeit.

 

Die Ausstellung ist Teil der Biennale für aktuelle Fotografie, die vom 29. Februar bis 26. April unter dem Titel „The Lives and Loves of Images“ an sechs Ausstellungorten in Heidelberg, Ludwigshafen und Mannheim stattfindet. Kurator der Biennale ist David Campany.

Serie 1/7

Wie prägt die Fotografie unseren Alltag? Wie bleibt sie in unserem Gedächtnis? Und wie steht es um unsere Erwartungshaltung beim Betrachten von kommerzieller Fotografie und freier Kunst? In der Quarantäne-Zeit möchten wir unsere aktuelle Ausstellung nicht einfach ausklingen lassen, sondern stellen euch die Arbeiten der Ausstellung "Between Art and Commerce", die Teil der Biennale für aktuelle Fotografie ist, vor.

Serie 2/7
 

Hein Gorny(1904-1967)zählte in den 1930er Jahren zu den erfolgreichsten Produkt- und Werbefotografen in Deutschland. Seit Anfang der 1920er Jahre war er in Hannover ansässig und stand in engem Kontakt mit der künstlerischen Avantgarde. 1929 eröffnete er dort sein eigenes Fotostudio und hatte zahlreiche Aufträge für Unternehmen wie Bahlsen, Pelikan oder AEG. Darüber hinaus war Gorny ein gefragter Mode-, Porträt- und Tierfotograf. Seine Bildästhetik, auch die seiner experimentellen Arbeiten, war stark von der Neuen Sachlichkeit und dem Neuen Sehen geprägt. Ungewöhnliche Perspektiven und Bildausschnitte sowie ein ausgeprägtes Spiel von Licht und Schatten kennzeichnen diese Arbeiten.

Serie 3/7
 

Bryan Schutmaat(*1983) ist im Auftrag des Uhrenherstellers Timex durch die USA gereist, um für eine Kampagne die Menschen und die Landschaften zu dokumentieren. Timex hatte erst kürzlich seine Produktion wieder in die USA verlegt, und die neue „American Documents“-Uhrenkollektion sollte auch die Verbundenheit zum Land zeigen. Beauftragt wurde diese Arbeit aufgrund der spezifischen Ästhetik von Schutmaats freier künstlerischer Arbeit, die während der Biennale in der Ausstellung „Walker Evans Revisited“ (Kunsthalle Mannheim) vertreten ist.

Serie 4/7

Seit 2000 entstehen Thomas Wunschs (*1957) abstrakte Fotografien. Die Frage was oder wo er fotografiert hat, bleibt dabei offen, das Bild soll ohne weitere Informationen für sich stehen. Gleichwohl gibt es in einigen Arbeiten eine diffuse Ahnung von Gegenständlichkeit. Das Musiklabel ECM verwendet Wunschs Fotografien seit vielen Jahren als Cover für LPs und CDs. Das quadratische Format – von Thomas Wunsch gewählt, um eine Gewichtung in der Komposition auszuschließen – kommt dieser Verwendung entgegen, ohne dafür gewählt worden zu sein.

     © PORT25  

Hafenstraße 25-27   68159 Mannheim   Tel. 0621 33934397

Di — So 11 – 18 Uhr

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