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Lichtecht

 

Edgar Lissel & Claus Stolz

20.03. — 20.06.2021

Was ist eigentlich Fotografie? Unter anderem dieser Frage gehen Edgar Lissel und Claus Stolz nach. Beide erkunden auf ganz unterschiedlichen Wegen die Grundidee und die Grenzen des Fotografischen und verbinden dabei medienarchäologische Ansätze mit zeitgenössischen Technologien.


Edgar Lissel (*1965 in Northeim, lebt in Wien) verfolgt einen stark konzeptionellen Ansatz. Er baut beispielsweise ganze Wohnräume zur Lochkamera um, sodass das auf dem Kopf stehende Abbild des urbanen Außenraumes auf der Bildfläche mit den Silhouetten des Mobiliars im Innenraum verschmilzt. Oder er bedient sich biologischer Phänomene, indem er bestimmte lichtsensible Bakterien im Entstehungsprozess von Bildern einsetzt. Der Wachstumsprozess dieser Bakterienkolonien macht Abbilder sichtbar, die nicht reproduzierbar wären, da sie gewissermaßen unter Anleitung des

Künstlers durch das Zusammenspiel von Licht, Zeit, Bewegung und Raum entstanden sind. Dahinter steht eine Befragung der fotografischen Bildprozesse innerhalb derer Edgar Lissel jene Distanz zwischen sich selbst und dem fotografischen Ereignis aufhebt, die sich durch die Verwendung etwa einer Kamera ergeben würde.


Während Edgar Lissel so eine begreifbare Nähe und Unmittelbarkeit zum fotografischen Bild aufzeigt, überbrückt das Bild bei Claus Stolz (*1963 in Mannheim, lebt ebd.) bisweilen unvorstellbare Entfernungen: In seinen „Sunburns“ steht nichts, außer einer Linse, die das Sonnenlicht bündelt, zwischen der Lichtquelle und dem fotografi schen Material. Ein über rund 150 Millionen Kilometer ausgedehnter Vorgang wird in seiner mikroskopischen Auswirkung sichtbar. Das ist eine radikale Form der analogen Fotografie, bei der der Künstler den kontrollierten Zufall plant, den Prozess startet, beobachtet und stoppt. Claus Stolz hat sich fotografi schen Materialexperimenten verschrieben, die der Fotografi e immanente Abbildungsfunktion ist für ihn ein Nebenaspekt. Dieser allerdings kommt in seiner Serie „Kammerspiel“ zum Tragen: was wie präzise scharf fotografi erte, leuchtend farbige Blüten vor dunklem Grund erscheint, entpuppt sich als bizarre Stilleben-Arrangements.

Die Ausstellung wird im Rahmen des Impulsprogramms „Kunst trotz Abstand“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Wüttemberg gefördert und unterstützt durch:

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 digitaler Rundgang 

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Deltabeben

 

Eröffnung am 25. Juli 2019, um 19 Uhr

26.07. — 22.09.2019

Deltabeben. Regionale 2020

In Kooperation mit der Kunsthalle Mannheim und dem Kunstverein Mannheim

Arthur Bauer, Lucia Dominguez Madeira, Yulong Lin, Ulises Morales Lamadrid, 

Miriam Stanke, Jutta Steudle, Stefan Wäldele, Helena Walter, Konstantin Weber

29. November 2020 — 28. Februar 2021

digitale Eröffnung: 12. Dezember, um 17 Uhr.

Alle zwei Jahre und 2020 bereits zum sechsten Mal, findet – abwechselnd in Mannheim und Ludwigshafen – das „Deltabeben“ statt: Ein gemeinsames Ausstellungsprojekt der Institutionen für zeitgenössische Kunst. Mittlerweile ist es zu einer fortlaufenden Überblicksschau zur Kunst in der Metropolregion Rhein-Neckar Region avanciert, die die künstlerische Vielfalt immer wieder aufs Neue zeigt und dokumentiert. Die teilnehmenden Künstler*innen kommen aus allen Teilen der Region zwischen Mannheim, Mainz, Heidelberg und Karlsruhe. Ihr Spektrum reicht von Fotografie, Malerei, skulpturalen und installativen Arbeiten bis zur Video- und Performancekunst. Bewerben kann man sich für die Teilnahme nicht, sondern ein wechselndes Expertenteam aus der Kunstszene wird gebeten, jeweils zwei Künstler*innen vorzuschlagen. Es gibt keine Altersbeschränkung, allerdings sollten die Künstler*innen ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt in der Region haben, denn das „Deltabeben“ dient auch dem Austausch und der Vernetzung zwischen den einzelnen kleineren Kunstszenen der Region. „Deltabeben. Regionale 2020“ zeigt einmal mehr, wie urban und vielfältig die Metropolregion Rhein-Neckar mit ihren Künstler*innen und ihrer Kunst ist.

 

Ulises Morales Lamadrid mit Kunstpreis ausgezeichnet
 

Wir freuen uns sehr, dass die Jury des Deltabeben 2020-Preises sich für Ulises Morales Lamadrid entschieden hat!

Ulises Morales Lamadrid (*1966 Havanna/Kuba) beobachtet und sammelt – Eindrücke, Informationen, Bilder. Aus diesem Fundus hat er eine Art Ikonografie entwickelt, mittels derer er auf ebenso versponnen-poetische wie bisweilen humorvolle aber stets wirkmächtige Weise gesellschaftliche Normen, Handlungsmuster und Stereotype in Frage stellt. Für Lamadrid ist Kunst immer ein Spiegel der Realität. Mittels seiner Malerei, seiner Zeichnungen oder seiner Installation und einer Motiv- und Bildsprache, die deutlich in der kubanischen Kultur verwurzelt ist, erzählt er von weltweit anzutreffenden Schemata zwischenmenschlicher Beziehungen sowie toxischen Machtverhältnissen und Handlungsweisen.

Ulises Morales Lamadrid zählt in Kuba zu den arriviertesten Künstlern der Gegenwart.Nach seinem Kunststudium an der Universidad de la Habana war er an zahlreichen internationalen Ausstellungen beteiligt. 2011 war er „International Artist in Residence“ der Villa Waldberta, Internationales Künstlerhaus München, 2015 Stipendiat in den Botnik Studios, Göteborg/Schweden. Aus privaten Gründen ist Lamadrid vor knapp zwei Jahren in die Metropolregion Rhein-Neckar gezogen.

Beim Deltabeben. Regionale 2020 werden Ulises Morales Lamadrids Werke im PORT25 – Raum für Gegenwartskunst ausgestellt. Dieser Teil der Ausstellung ist bis zum 28.2.2021 verlängert.

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Positionen erweiterter Malerei
Crisis? What Crisis?

 

Doris Erbacher, Martin Gerwers,
Sophie Innmann, Jonas Maas, Franziska Reinbothe

19. September – 08. November 2020

Eröffnung am 18. September 2020 — 19 Uhr 

Mit zuverlässiger Regelmäßigkeit wird seitens der Kritiker*innen und Kurator*innen die Krise der Malerei heraufbeschworen. Die Künstler*innen indes malen einfach weiter, von Krise keine Spur. Dabei sind die Grenzen des tradierten Tafelbildes schon lange überschritten, die Malerei greift aus in den Raum, sie wird zum Objekt, zur Installation, zur freigesetzten Farbe. Auch des Pinsels bedarf es nicht unbedingt, denn schließlich hat jedes Material bereits eine Farbe und eine Struktur, also malerische Werte. In der Ausstellung werden künstlerische Positionen gezeigt, die abstrakte oder gegenstandslose Ansätze verfolgen und die durch unterschiedliche Strategien den Raum sondieren.

 

Doris Erbacher lotet ähnlich wie Martin Gerwers das Verhältnis von Farbe, Form, Licht und Raum aus. Beide führen ihre Bildträger bisweilen zur dreidimensionalen Skulptur, und in jedem Fall sind sich aktiv im Raum bewegende Betrachter*innen gefordert. Erst aus verschiedenen Blickwinkeln und mit dem Spiel von Licht und Schatten erschließt sich das eigentlich Malerische. Jonas Maas kombiniert rechteckige Module zu einem Bild, das mit Abstandshaltern eher vor als an der Wand hängt. Dabei bleiben zwischen den einzelnen Tafeln Freiräume – Bild und Wand greifen ineinander. Franziska Reinbothe geht in dem Moment, in dem das Bild fertig wäre, noch einen Schritt weiter: Sie zerbricht oder zersägt den Keilrahmen, faltet oder vernäht die Leinwand und gibt dem Bild so eine neue, oft skulpturale Form. 

Sophie Innmann arbeitet meist ortsspezifisch und macht den Raum zum integralen Bestandteil ihrer Arbeiten. Zufall, die Spuren menschlichen Handelns sowie Zeit sind oftmals bestimmende Faktoren ihrer Werke.

 

In all diesen Arbeiten verschwimmen die Gattungsgrenzen, immer spielt das Verhältnis Fläche – Raum – Betrachter eine zentrale Rolle. Und doch stehen malerische Fragestellungen im Vordergrund.

 

Doris Erbacher, *1953, lebt und arbeitet in Heidelberg und Mannheim. Erbacher studierte 1974-80 an der Staatlichen Kunstakademie Stuttgart, 1986-91 leitete sie den Kunstraum Erbacher in Mannheim, von 1992 bis 2009 lebte sie als Künstlerin und Filmemacherin in Berlin.

Martin Gerwers, *1963 lebt und arbeitet in Düsseldorf. Gerwers studierte 1984-89 Visuelle Kommunikation an der Fachhochschule Aachen und anschließend 1989-93 an der Kunstakademie Düsseldorf. 2015 bis 2018 hatte er eine Gastprofessur an der Universität der Künste Berlin.

Sophie Innmann, *1986 lebt und arbeitet in Karlsruhe und überall auf der Welt, da ihre Arbeiten meist vor Ort entstehen. 2007 bis 2014 studierte sie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe.

Jonas Maas, *1985 lebt und arbeitet in Düsseldorf, 2010-14 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf.

Franziska Reinbothe, *1980 lebt und arbeitet in Leipzig, 2005 bis 2013 studierte sie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.

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Abbildung: DiamondProx Joscha Steffens

Mit dem Mannheimer Kunstpreis der Heinrich-Vetter-Stiftung unterstützen die Stadt Mannheim und die Heinrich-Vetter-Stiftung professionelle Künstlerinnen und Künstler, die in der Metropolregion leben und wirken. Der in diesem Jahr für Fotografie und Video ausgelobte Preis wird bereits zum achten Mal verliehen.

Die fünfköpfige Fachjury bestehend aus Dr. Sebastian Baden (Kunsthalle Mannheim), Carolin Ellwanger (Kulturamt Mannheim), Dr. Heike Feldmann (Heinrich-Vetter-Stiftung), Stefanie Kleinsorge (Port25 – Raum für Gegenwartskunst) und Thomas Schirmböck, (Zephyr-Raum für Fotografie), betonte die außergewöhnlich hohe Qualität der zahlreichen Einsendungen sowie die große Vielfalt der künstlerischen Herangehensweisen. Nach intensiven Beratungen kamen Andrea Eßwein, Ruth Hutter, Emanuel Raab, Hannah Schemel, Peter Schlör, Miriam Stanke, Claus Stolz, Joscha Steffens und Felicitas von Lutzau in die Finalrunde.

 

Wie bereits 2018 hat sich die Jury dafür ausgesprochen den Preis in einen Haupt- und einen Förderpreis zu teilen. Der Hauptpreis, dotiert mit 10.000 Euro, wurde letztlich Joscha Steffens und der Förderpreis, dotiert mit 5.000 Euro, der Mannheimer Fotografin Hannah Schemel zugesprochen. 
 

Mit Joscha Steffens (*1981) hat sich die Jury für einen Künstler entschieden, der sich mit Formen von gespielter und inszenierter Gewalt in digitalen und virtuellen Realitäten auseinandersetzt und brisante Phänomene unserer Gegenwart thematisiert. Joscha Steffens Fotografien und Videoarbeiten bewegen sich zwischen Dokumentation und Fiktion.
 

Hannah Schemel (*1994) legt großen Wert auf Handwerk, Materialität und Reduktion. Ihre Vorgehensweise ist stark durch ihre intensive Auseinandersetzung mit der japanischen Kultur geprägt. Auf handwerklich anspruchsvolle Weise entstehen in einer raffinierten Mischtechnik auratische Fotografien von besonderer Qualität.

Mannheimer Kunstpreis der Heinrich-Vetter-Stiftung 

Joscha Steffens  |  Hannah Schemel

18. Juli – 30. August​

Eröffnung am 17. Juli — 19 Uhr

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 Fotografie: Daniel Stier, Apple, 2018

Biennale für aktuelle Fotografie
Between Art and Commerce

29. Februar bis 28. Juni 2020

Hein Gorny, Maurice Scheltens & Liesbeth Abbenes, Bryan Schutmaat, Daniel Stier
Christopher Williams, Thomas Wunsch

Stärker als in anderen Kunstformen verschmelzen in der Fotografie künstlerische und nicht-künstlerische – etwa dokumentarische oder kommerzielle – Aspekte miteinander. Die Akzeptanz der komplexen Beziehung zwischen Kunst und Nicht-Kunst führte unter anderem dazu, dass die Fotografie in den 1920er und 30er Jahren vermehrt Aufmerksamkeit erfuhr. Gerade in jüngerer Zeit arbeiten Fotograf*innen wieder verstärkt an der Schnittstelle von künstlerischer und kommerzieller Praxis.

 

Hein Gorny zählte in den 1920er und 30er Jahren zu den erfolgreichsten Produkt- und Werbefotografen in Deutschland. Seine Bildästhetik, auch die seiner experimentellen Arbeiten, war stark von der Neuen Sachlichkeit und dem Neuen Sehen geprägt.

In den Fotografien des niederländischen Künstlerduos Scheltens & Abbenes greifen freie und angewandte Kunst ineinander. Ihre präzise inszenierten Stillleben sind immer beides zugleich, am Ende zählt für sie nur das überzeugende Bild. Fasziniert von der üblichen Unterscheidung, die zwischen künstlerischer und kommerzieller Fotografie gemacht wird, hebt Daniel Stier diese Trennung in Präsentationen seiner Arbeiten auf. Ebenso wie Christopher Williams geht er davon aus, dass eine solche Trennung weniger mit dem Bild, als vielmehr mit dem Kontext und einer Erwartung zu tun hat. Christopher Williams zeigt durch minimale Verschiebungen wie konventionelle Darstellungsformen unsere Vorstellung von Realität prägen.

Die Coverfotos von Thomas Wunsch für das Musiklabel ECM oszillieren zwischen Abstraktion und einer Ahnung von Gegenständlichkeit. Die Frage was oder wo er fotografiert hat, bleibt dabei offen, das Bild steht für sich. Bryan Schutmaat ist im Auftrag des Uhrenherstellers Timex durch die USA gereist, um für eine Kampagne die Menschen und die Landschaften zu dokumentieren. Beauftragt wurde diese Arbeit aufgrund der spezifischen Ästhetik von Schutmaats künstlerischer Arbeit.

 

Die Ausstellung ist Teil der Biennale für aktuelle Fotografie, die vom 29. Februar bis 26. April unter dem Titel „The Lives and Loves of Images“ an sechs Ausstellungorten in Heidelberg, Ludwigshafen und Mannheim stattfindet. Kurator der Biennale ist David Campany.

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Caro Suerkaemper

Hundert < Tausend +
[100 unter 1000 Plus]

Zweite Auflage der erfolgreichen

Verkaufsausstellung in Port25

18. Januar 2020 – 16. Februar 2020

Angelika Arendt, Simone Demandt, Andrea Esswein, Alexander Horn, Herbert A. Jung, Ingo Lehnhof, Gerd Lind, Margarete Lindau, Jonas Lundius, Eyal Pinkas, Nicolas Reinhart, Caro Suerkemper, Konstantin Weber, Suse Wiegand

Kunstkauf für Alle! Nach dem großen Erfolg der ersten Ausgabe schlüpft Port25 – Raum für Gegenwartskunst, sonst bekanntlich ein Ausstellungshaus mit Fokus auf kuratorische Aspekte und Vermittlung, auch in diesem Jahr für kurze Zeit in die Rolle eines kommerziellen Galeriebetriebes: Für knapp vier Wochen bieten wir ausgewählte künstlerische Arbeiten explizit zum Kauf an! Präsentiert werden Werke von Künstler*innen, die dem Haus in besonderer Weise verbunden sind und zumeist bereits hier ausgestellt haben.

Jede Sammlung hat mit einem ersten Werk begonnen. Gekauft wurde es aus dem Wunsch heraus, dieses Werk zu besitzen, im Idealfall auch um mit ihm Zeit zu verbringen. Wer sich für ein Kunstwerk begeistert, lässt sich von einer Leidenschaft leiten, die gelegentlich zur Begehrlichkeit führt. Der Erwerb des Ersehnten bedeutet oftmals eine langlebige und beglückende Beziehung, aus der nicht selten neues Wissen und unverhoffte Erkenntnisse hervorgehen. Man vertieft sich in die erworbene Arbeit, eignet sich nach und nach weitere Kenntnisse an, stellt Bezüge zu anderen Arbeiten der Künstler*in her, zu Zeitgenossen und gegebenenfalls zu philosophischen oder gesellschaftlichen Fragestellungen. Und manchmal steht die Liebe zu einem Werk am Anfang einer Sammlung. Gute Kunst ist vieles, aber mit Sicherheit keine Frage des Preises. Wir haben Zeichnungen, Malereien, Collagen, Fotografien und Objekte mit Verkaufspreisen zwischen 100 und 5.000 Euro ausgewählt, die alle das Potential haben, lebenslange Begleiter zu werden.

Durch die Verkaufsausstellung fördert Port25 die teilnehmenden Künstler*innen auf direkte Weise: 80 Prozent des Erlöses gehen an die Künstler*innen!

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Bilder des Wohnens
 

Roman Bezjak, Axel Grünewald, Eyal Pinkas,

Emanuel Raab, Marco Vedana & Suse Wiegand 

12. Oktober 2019 bis 05. Januar 2020

Eröffnung 11. Oktober 2019

Gefördert mit Mitteln der

und unterstützt durch

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Während auf politischer Ebene zurzeit über den Wohnungsnotstand diskutiert wird, präsentiert „Bilder des Wohnens“ ästhetische, philosophische, kunst- und bildimmanente Bezüge zu Architektur, Raum und Wohnen.

Axel Grünewald betrachtet vor dem Hintergrund der Wanderungsbewegungen in Richtung Europa soziale und kulturelle Räume in den Küstenregionen Nordmarokkos und Südspaniens. In seiner Arbeit „Bankett“ deutet er Architektur und Topographie als Zeichen des Transitorischen. Anhand ihres architektonischen Erbes erforscht Roman Bezjak die gesellschaftlichen Utopien des 20. Jahrhunderts und ihren Status Quo, beispielsweise in Taschkent. Hier wurde in den 1960er Jahren durch umfangreiche Baumaßnahmen die Vision einer neuen Stadt als Inbegriff sowjetischer Modernität umgesetzt. „luoghi tedeschi“, „Deutsche Orte“, nennt Marco Vedana eine Bildserie, die er zu einer Typologie deutschen Stadtraums zusammenfügt.

 

Während Marco Vedana und Roman Bezjak über eine Analyse der architektonischen

Form kulturelle Eigenheiten hervorheben, trennt Emanuel Raab die Detailaufnahmen von Gebäuden bewusst von ihren erkennbaren zeitlichen, geografischen und architektonischen Zusammenhängen. Größenrelationen, Maßstab oder räumliche Orientierungen werden ausgeblendet. Auch Eyal Pinkas hebt mit seinen temporären Raumskulpturen Alltägliches aus dem gewohnten Zusammenhang. Gegenstände erfahren überraschende Variationen sowohl in ihrer Gestalt als auch durch ihre Position im Raum. Suse Wiegand transformiert in ihrer filigranen und zugleich raumgreifenden Installation die Funktion von Objekten zu ganz neuen Bedeutungsebenen. Ein Sieb ist eben mehr als ein nur ein Sieb.

Die Ausstellung basiert auf dem Forschungsvorhaben der Fachhochschule Bielefeld zum Thema „Erkenntnisformen der Fotografie“ mit dem interdisziplinären Forschungsprojekt „Bilder des Wohnens. Architekturen im Bild“ und wird gefördert mit Mitteln der Hypokulturstiftung.

BBC-Torbau Architekturfotografie 
von K.W. Ochs

 

Eröffnung am 25. Juli 2019, um 19 Uhr

26.07. — 22.09.2019

Ausstellungsansichten PORT25 uEiMs_ Foto
Ungeborenen Elefanten ins Maul sehen – oder von der schönen Ordnung der Dinge

Angelika Arendt, Michael Bacht, Ulrich Bechtold, Daniel T. Braun, Simone Demandt, Benjamin Ditzen, Gisela Kleinlein, Laura Kuch, Gerardo Nolasco Magaña, Nicolas Reinhart, H+T Stegmayer & Caro Suerkemper

15. September bis 28. Oktober 2018

Eröffnung: Freitag, 14. September 2018, 19 Uhr

 

Am Beginn des modernen Kunstmuseums stand die Auflösung der fürstlichen Wunderkammer. Mit der Öffnung der einst privaten Sammlungen für ein Publikum ging eine Abkehr vom alten Stil des Sammelns einher: Die Bühne der Welt wurde in Raumfolgen nach Stilen und Schulen angeordnet, der gute Geschmack und die Werke der Bildenden Kunst kanonisiert. Die Neugierde auf Entdeckungen in Sammlungen von Münzen, Skulpturen, Versteinerungen, ausgestopften Tieren, gepressten Pflanzen, ethnographischen Rara und Rarissima machte dem Zwang zur normierten elitären bürgerlichen Bildung Platz.


Die Kunst des 20. Jahrhunderts entzog sich der durch die Disziplin der Kunstgeschichte definierten musealen Norm und produzierte Prozessuales, Immaterielles, Vergängliches und Außermuseales. Zurzeit erarbeiten Kunstmuseen digitale Strategien, während in der künstlerischen Praxis vielfach ein erneutes Interesse an Strukturen zu beobachten ist, die sich in der nichtdigitalen Welt abspielen. Die Begeisterung an langfristigen Beobachtungen, Experimenten und der aufwendigen Verarbeitung von Material steht dem rein Kuratorischen als Auswahl aus dem immer bereits digital Vorhandenen gegenüber. Die Ausstellung „Ungeborenen Elefanten ins Maul sehen oder von der schönen Ordnung der Dinge“ zeigt aktuelle künstlerische Positionen, die sich mit der Struktur und (Un)ordnung von Dingen befassen.

Angelehnt an alte Konzepte des Sammelns wird für die Ausstellungspräsentation eine Szenographie entwickelt, die die überbordende Vielfalt der künstlerischen Welt sichtbar machen soll.

Kirchner Hochtief
Evakuiert das Ich-Gebäude

 

Eröffnung am 11. Mai 2019

11.05. — 22.09.2019

Video: Götz Gramlich & Maxwell Hathaway

Kirchner Hochtief beschreibt zugleich die Band, das Künstlerkollektiv und das Wirtschaftsunternehmen um den Musiker David Julian Kirchner. Port25 – Raum für Gegenwartskunst präsentiert ihr Debutalbum „Evakuiert das Ich-Gebäude“ im Rahmen einer multimedialen Ausstellung.
 

Ist der Popmusiker nicht Künstler, sondern Dienstleister, stets produktives Produkt, immer in Perfektion, immer an der Oberfläche?

Auf der Suche nach der Kunst im Pop und der Kreativität in der Wirtschaft entwickelt David Julian Kirchner mit Kirchner Hochtief eine eigene künstleri- sche Form, die die Wechselwirkungen von Pop, Kunst und Kreativwirtschaft reflektiert. Das Debut-Album der Band Kirchner Hochtief erscheint dement- sprechend nicht nur als Tonträger. „Evakuiert das Ich-Gebäude“ analysiert vermarktungsrelevante Elemente erfolgreicher Musiker des Popbusiness, wie Videos, Artworks, Fotografien, Performances, Frisuren, Texte, Zeichen und Skandale und präsentiert diese jeweils als eigene künstlerische Form.

Über 100 Beteiligte versammeln sich um den Künstler David Julian Kirchner, der sich selbst als CEO des Weltkonzerns Kirchner Total und damit als Chef eines gigantischen Pop-Imperiums bezeichnet. Gemeinsam entwickeln sie eine Konsum-Utopie, die übliche Vermarktungsstrategien beschleunigt und überspitzt. So präsentiert die Ausstellung parallel zum Release des Albums bereits den Remix.

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Karl Wilhelm Ochs (1896 bis 1988) hat als Chefarchitekt bei Brown, Boveri & Cie. (BBC) mehrere Bauphasen der Fabrik (oder der technischen Werksgebäude) begleitet und fotografisch dokumentiert. Seinen historischen Architekturfotografien aus den Jahren 1925 bis 1943 stehen aktuelle Aufnahmen des BBC-Torbaus von unterschiedlichen Fotografen gegenüber. Die vergleichende Schau zeigt, dass das imposante Gebäude trotz einiger Kriegsschäden und vieler Besitzerwechsel heute noch sehr gut und nahezu im ursprünglichen Zustand erhalten ist. Wird es gelingen, die historisch interessanten Gebäude mit dem Torbau als Gesamtensemble unter Denkmalschutz zu stellen und so für die Zukunft zu erhalten?

 

Veranstaltet von dem Rhein-Neckar-Industriekultur e.V. und der IG Metall Mannheim. Unterstützt durch die Mannheimer Bau- und Architekturarchiv MAB

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In.Substance

25. Mai bis 14. Juli 2019​

Carolin Wanitzek & Dennis Adelmann

Carolin Wanitzek und Dennis Adelmann haben 2015 das im Jungbusch ansässige Designstudio OUI R gegründet. Die Arbeit im Studio vereint die Expertise eines nationalen und internationalen Netzwerks von Designern und Entwicklern. OUI R ist in den Bereichen Kultur, Mode, Architektur und anderen Branchen tätig.

Gemeinsam entwickelteten die beiden über zweieinhalb Jahre hinweg zeitgenössische Möbel, eine Marke, die Atmosphäre schaffen und in einfachen Formen den Räumlichkeiten große Bedeutung verschaffen möchte. Konzentriert auf Entwicklung und Funktion von Objekten, die ausschließlich in Deutschland entworfen und produziert wurden, freuen wir uns am 24. Mai ab 19 Uhr IN SUBSTANCE in Port25 - Raum für Gegenwartskunst zu präsentieren.

Als Set Designerin und Szenografin liegt Carolin Wanitzek‘s Stärke darin, im Raum zu denken. Sie entwickelt visuelleKonzepte und Installationen für Schaufenster, Museen und Innenräume. Dennis Adelmann übernimmt den digitalen Teil und das Branding und fusioniert oft das Digitale mit dem Analogen.

Gemeinsam entwickeln sie Strategien und Konzepte und arbeiten an eigenen Produkten wie der Marke In Substance.Mit In Substance entwerfen sie zeitgenössische Möbel, schaffen Atmosphären und verleihen einfachen Formen eine große Bedeutung im Raum.

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Die Künstlernachlässe Mannheim 
präsentieren  
Walter Stallwitz

eine filmische Dokumentation

 

11. Mai bis 23. Juni 2019

Seit mehr als 60 Jahren begleitet und bereichert Walter Stallwitz (*1929) das Kulturleben der Stadt Mannheim und der Region. 

Auch wenn für ihn persönlich der 90. Geburtstag kein großer Anlass zum Feiern ist und er wenig Wert auf Würdigungen legt, haben die Künstlernachlässe Mannheim in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Mannheim eine filmische Bestandsaufnahme in Auftrag gegeben, die einen Eindruck über sein Wirken in Mannheim vermittelt. Port25 ist eine von vier Mannheimer Institutionen, in denen der Film von Frühjahr bis Herbst 2020 zu sehen sein wird.

Nachfolgende Stationen

24. Juni bis 5. Juli 2019
Tulla-Realschule, Tullastr. 25, Mannheim

11. Juli bis 14. Juli 2019
Freie Kunstakademie Mannheim, U 3,1, Mannheim

29. Juli bis 16. August 2019
Rathaus Stadt Mannheim, E 5, Mannheim