Claudia Desgranges 

Claudia Desgranges' Farbtagebücher entstehen seit 1993, indem die Malerin am Ende eines Arbeitstages ihre benutzten Pinsel auf den Seiten eines Skizzenbuches ausstreicht. Das mittlerweile auf mehr als 50 einzelne Bücher angewachsene Werk der Farbtagebücher dokumentiert und archiviert die Farbgebung der bis dato entstandenen Bilder der Künstlerin. Die Bücher erinnern somit an das jeweilige Tagwerk und verdeutlichen in ihrer Gesamtheit die prozesshafte Veränderung in der künstlerischen Praxis Desgranges'.

Auf sehr intime Weise wird die Geschichte ihres künstlerischen Handelns in diesen Künstlerbüchern, die ursprünglich nur für den eigenen Gebrauch gedacht waren, anschaulich. Die Breite der während des Tagwerks verwendeten Pinsel bestimmt die Spur, welche die Farbe im Tagebuch hinterlässt, die benutzten Pigmente und Bindemittel ihren jeweiligen Deckungsgrad. Jeder Wechsel der Materialien, der präferierten Farben und ihres Zusammenspiels zeichnet sich in den Blättern des Buches ab. Gerade weil die Tagebuchseiten nicht als bewusste Bildkomposition angelegt sind, rücken Pinselführung, Papierformat und Farbwahl in den Fokus der Betrachtung und lassen Rückschlüsse auf die künstlerischen Überlegungen des jeweiligen Tages bzw. ihrer Entstehungszeit zu. Zwangsläufig schaut man sich nicht eine Arbeit an, sondern man blättert vor und zurück, um die Geschichte zu erfahren, welche die Bücher anhand der Substanz der Arbeitsprozesse Desgranges' anschaulich erzählen können.

 

Claudia Desgranges (*1953 Frankfurt a.M.) lebt in Köln und München. Sie studierte von 1978 bis 1984 Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf, Abt. Münster.

 

 

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