Gisela Kleinlein 

Wenn man die Arbeiten von Gisela Kleinlein betrachtet, sieht man zunächst Dinge, die den Anschein erwecken, sie seien der Alltagswelt entnommen und hätten bereits ein zweckhaftes Dasein gehabt, bevor sie ihren Weg in die Ausstellung gefunden haben. Im täglichen Leben sind wir von Dingen und Waren umgeben. Wir produzieren und gebrauchen sie – aber wir stellen sie uns auch vor und begehren sie. Wir erlernen Dinge zu gebrauchen und erinnern uns an sie. Sie sind nicht nur Hilfsmittel und Werkzeuge, sondern bestimmen unser Wünschen, Empfinden und Erinnern. Wir verbinden ganz bestimmte Erwartungen und Geschichten mit ihnen.

Bei den Objekten von Gisela Kleinlein nehmen wir eine Verrücktheit der Dinge wahr, die auf ebendiesen Erwartungen und Erfahrungen mit Dingen basiert. Durch kleine Gesten der Verschiebung versetzt uns Gisela Kleinlein in eine surreale Dingwelt, in der wir uns aufgrund unserer Erfahrungen in der realen Welt aber unmittelbar zurecht finden können. Die Verschiebungen beruhen auf sehr genauer Beobachtung von Strukturen des Gebauten, Gemachten und Konstruierten und dem Wissen darum, dass Dinge eine andere Seinsform annehmen, je nachdem in welchem Kontext sie zu sehen sind oder gezeigt werden. Gisela Kleinlein täuscht Funktionen an, ahmt sie nach und überspitzt sie in forschender Konsequenz. Im eigenen Handeln mit dem Material kommen weitere Aspekte hinzu. Hand anlegen, etwas erfinden, etwas herstellen, es betrachten und sich an der Oberfläche, an dem Material und an dem, woran es erinnert, erfreuen. Eine Freude, die gegebenenfalls auch die Betrachter*innen erfasst, wenn sie den Zwischenbereich zwischen dem Bekannten und dem Möglichen erforschen.

Gisela Kleinlein (*1955 in Nürnberg)
hat an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf studiert. Sie ist Professorin der Fakultät Design und Kunst der Bergischen Universität Wuppertal und lebt in Berlin. 

Weitere Informationen über Gisela Kleinlein finden Sie hier

 

100>1000 Hundert unter Tausend

 

Fotos: 

Gisela Kleinlein, „ohne Titel“, Ausstellungsansicht Port25, 2017; „ohne Titel“, Buntstiftzeichnung, 2016; Gisela Kleinlein, „ohne Titel“, Buntstiftzeichnung, 2016; „ohne Titel“, Ausstellungsansicht Port25, 2017. Fotos: Toni Montana Studios.

     © PORT25  

Hafenstraße 25-27   68159 Mannheim   Tel. 0621 33934397

Mi — So 11 – 18 Uhr

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