Helena Walter 

Der Fokus meiner Arbeiten liegt in der Auseinandersetzung und Kombination von sich entgegengesetzten Materialien. Diese bilden im Zusammenspiel Konstruktionen, die unter Spannung stehen. Durch die teils enorme Krafteinwirkung, z. B. eines Steins, verändert sich das verwendete Material mit der Zeit und scheint immer instabiler zu werden. Bei dem Großteil meiner Arbeit leitet das Material den Prozess und ist das Grundgerüst der Komposition.

 

Die verwendeten Werkstoffe geben dabei die Form vor, sodass ich mich bei der Arbeit von ihnen leiten lasse. Dementsprechend spielt schon die Auswahl der Materialien eine wichtige Rolle, denn sie sollen bestimmte Funktionen erfüllen. Dafür müssen sie Eigenschaften besitzen, um kombiniert ein Gleichgewicht zwischen Stabilität und Instabilität zu bilden und Spannungen aufzubauen. Hier spielt Latex eine grundlegende Rolle. Es ist ein organisches Material, welches einen Zersetzungsprozess aufweist, sei es in der Färbung durch Sonneneinstrahlung, im Verlust der Elastizität durch längere Krafteinwirkung oder im speziellen Geruch, der auftritt, wenn das Material zu verfaulen beginnt. Dennoch ist Latex flexibel und lässt sich bis auf ein Vielfaches seiner tatsächlichen Größe dehnen.

 

So bezieht sich die Arbeit 90 cm to infinity auf die Ursprungslänge der Latexbänder, welche durch Spanngurte bis an ihre Grenzen gedehnt wurden. Dieser Effekt tritt umgekehrt bei der Arbeit 220 auf. Hier werden nicht die Latexbänder an ihre Grenzen gebracht, sondern die Grenze der Ausdehnung ist durch das Gewicht der verwendeten Steine bedingt. Ein Stein scheint zu „schweben“, nähert sich jedoch er mit voranschreitender Zeit dem Boden. Somit ist ersichtlich, dass die angeblichen Materialgrenzen noch nicht erreicht wurden. 

 

Helena Walter

Deltabeben. Regionale 2020

In Kooperation mit der Kunsthalle Mannheim und dem Kunstverein Mannheim

Arthur Bauer, Ulises Lamadrid, Lucia Dominguez Madeira, Miriam Stanke, Jutta Steudle,

Helena Walter, Konstantin Weber, Stefan Wäldele, Yulong Lin.

29. November 2020 — 24. Januar 2021

 

Die sechste Ausgabe der Ausstellungskooperation Deltabeben. Regionale feiert zugleich das zehnjährige Bestehen dieses für das Kunstschaffen in der Rhein-Neckar Region wichtigen Gemeinschaftsprojektes. Alternierend werden an dieser Biennale in Ludwigshafen und Mannheim Werke von Künstler*innen präsentiert, deren Atelier und Arbeit hier in der Region verankert ist. Die regionale Verortung orientiert sich an den Koordinaten einer Nord-Süd-Achse von Mainz bis Karlsruhe und der Ost-West Verbindung zwischen Kaiserslautern und Heidelberg.

 

Im Jahr 2020 sind es die drei Mannheimer Institutionen Kunsthalle, Kunstverein und PORT25 – Raum für Gegenwartskunst, die zusammen eine kuratierte Auswahl zeitgenössischer Künstler*innen aus verschiedenen Generationen vorstellen. Die Werke repräsentieren alle relevanten Medien des gegenwärtigen Kunstschaffens, von der Malerei über Fotografie und Zeichnung bis zu multimedialen Installationen oder auch Performance. Damit zeigt die Region einmal mehr ihr Potential an künstlerischer Arbeit und demonstriert, wie wichtig es ist, diesen Werken einen repräsentativen Auftritt zu verschaffen. Die überregionale und internationale Strahlkraft der Ausstellung ist der Grundstein für die Sichtbarkeit der Kunst in und außerhalb der Region. Noch dazu in gesundheitspolitisch schwierigen Zeiten, möchten die Kunstinstitutionen ihre Systemrelevanz für die Kultur demonstrieren und die Bildende Kunst trotz der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie zur Geltung bringen.

     © PORT25  

Hafenstraße 25-27   68159 Mannheim   Tel. 0621 33934397

Mi — So 11 – 18 Uhr

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