Johannes Listewnik 

Johannes Listewnik

 

Ich häng‘ auf mei‘m Kiez/Unter Palmen

aus Plastik/Am Meer aus Benzin/Ohne

Sand, aber macht nichts/Drehe Runden

aufm Roller/Wird‘n bisschen kalt, wenn es

Nacht ist/Ich verbrenne mein Weed/Unter

Palmen aus Plastik

 

War es ein Zirkusbesuch oder ein Aufenthalt auf den Lofoten, der Will Sohl zur künstlerischen Arbeit anregte, so ist es bei Johannes Listewnik der Song „Palmen aus Plastik“ von Bonez MC und RAF Camora. Über einen längeren Zeitraum hört er ihn nahezu überall, wo er sich in seinem Alltag bewegt und die Musik veränderte die Einstellung des Künstlers zu seiner Umgebung. Die Menschen, die Schönheit und der Dreck, die Freude und der Kitsch werden für ihn auf neue Weise sichtbar. Er sucht einen Weg, diese Eindrücke in eine neue ästhetische Form bringen, die den Wechsel zwischen dem Eintauchen und Verschmelzen mit der Umgebung und der Objektivierung der Impressionen ermöglicht. 

 

Entstanden ist ein Künstlerbuch mit 30 

originalen, mehrfarbigen Risographien, 

einem im Zylinderdruckverfahren durchgeführten Schablonendruckverfahren auf verschieden opaken Papieren, von denen fünf mit Linolschnitten überdruckt sind. Die Schnelligkeit und Unbedarftheit der Risographie lässt trotz der Möglichkeit einer gedruckten Auflage ein ähnlich intuitives Arbeiten zu, wie das direkte Zeichnen in einem Skizzenbuch. Das Entdecken von neuen Ansichten durch die verwendeten Transparentpapiere ist ein wichtiger Aspekt des Buchs, der die Linearität einer eindeutigen Narration durchbricht. Mit „Palmen aus Plastik“ nähert sich Johannes Listewnik durch Notizen, Skizzen Materialproben und Textfragmente sowie mit den Mitteln von Malerei und Grafik einem Gegenstand, der entweder ein Ort, ein Milieu oder aber im Kleinen nur einen Trend, eine Situation sein kann. Einzelne Seiten des Buches hat er zu gemäldeartigen Druckgrafiken vergrößert. Sie bestehen aus vernähtem Transparentpapier.

 

Nach einem absolvierten Masterstudium in Kunstgeschichte und Germanistik studierte Johannes Listewnik Freie Malerei an der AdBK Nürnberg in der Klasse Prof. Thomas Hartmann sowie Malerei/Grafik an der HGB in Leipzig in der Klasse Prof. Christoph Ruckhäberle. Seit 2017 ist er Meisterschüler bei Prof. Thomas Hartmann.

     © PORT25  

Hafenstraße 25-27   68159 Mannheim   Tel. 0621 33934397

Mi — So 11 – 18 Uhr

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