Miriam Stanke 

In meinen Arbeiten interessiere ich mich für Geschichten, die abseits von Schlagzeilen stattfinden. Dabei beschäftige ich mich hauptsächlich mit dokumentarischen Langzeitprojekten, die häufig kulturelle und politische Aspekte thematisieren. Die Fotografie hat das Potential, Stereotype aufzubrechen und zu hinterfragen. Ein Bild kombiniert dabei immer mehr als das Gesehene und kann somit auch von jedem Betrachtenden unterschiedlich wahrgenommen werden. Es kann die Bedeutung eines Ortes oder einer Person offenbaren und ermöglicht so den potentiellen Zugang zu anderen Aspekten, Gesellschaften oder Denkweisen.

 

Desert Roses For Sale befasst sich mit den Ursachen und Folgen der Umbrüche von 2011 in Tunesien. Das Maghreb-Land ist für viele zur Quelle der Hoffnung des im Westen gefeierten Arabischen Frühlings geworden. Doch Jahrzehnte autokratischer Führung konnten nicht über bestehende und aufkommende Probleme wie Extremismus, Jugendarbeitslosigkeit und einen Rückgang des Tourismussektors in den Jahren nach den Unruhen hinwegsehen. Das Land, das durch seine Nähe zu Europa für viele Europäer ein attraktives Urlaubsziel darstellte, bot lange Zeit einen billigen Massentourismus, der keine großen Gewinnmargen versprach. Auch blieben nach der Revolution viele aus der alten Führungsriege an der Macht. Die Umbrüche konnten zwar vorerst Menschen und Klassen vereinen, doch unterschieden sich ihre Beweggründe stark. Themen wie Demokratisierung, freie Marktwirtschaft und Globalisierung, wie gerne suggeriert wird, standen oft nicht auf der Agenda der Protestierenden.

 

Desert Roses For Sale steht sinnbildlich für diese gesellschaftlichen Problematiken. Wüstenrosen, „desert roses,“ sind Kristallgebilde, die in heißen und trockenen Wüstengebieten wie der tunesischen Sahara entstehen und aus Sandkörnern bestehen, die in einen Kristall aus Gips oder Baryt eingebettet sind. Sie werden häufig von Händlern und Halbnomaden an Touristenattraktionen oder Straßenständen angeboten. Miriam Stanke

Deltabeben. Regionale 2020

In Kooperation mit der Kunsthalle Mannheim und dem Kunstverein Mannheim

Arthur Bauer, Ulises Lamadrid, Lucia Dominguez Madeira, Miriam Stanke, Jutta Steudle,

Helena Walter, Konstantin Weber, Stefan Wäldele, Yulong Lin.

29. November 2020 — 24. Januar 2021

 

Die sechste Ausgabe der Ausstellungskooperation Deltabeben. Regionale feiert zugleich das zehnjährige Bestehen dieses für das Kunstschaffen in der Rhein-Neckar Region wichtigen Gemeinschaftsprojektes. Alternierend werden an dieser Biennale in Ludwigshafen und Mannheim Werke von Künstler*innen präsentiert, deren Atelier und Arbeit hier in der Region verankert ist. Die regionale Verortung orientiert sich an den Koordinaten einer Nord-Süd-Achse von Mainz bis Karlsruhe und der Ost-West Verbindung zwischen Kaiserslautern und Heidelberg.

 

Im Jahr 2020 sind es die drei Mannheimer Institutionen Kunsthalle, Kunstverein und PORT25 – Raum für Gegenwartskunst, die zusammen eine kuratierte Auswahl zeitgenössischer Künstler*innen aus verschiedenen Generationen vorstellen. Die Werke repräsentieren alle relevanten Medien des gegenwärtigen Kunstschaffens, von der Malerei über Fotografie und Zeichnung bis zu multimedialen Installationen oder auch Performance. Damit zeigt die Region einmal mehr ihr Potential an künstlerischer Arbeit und demonstriert, wie wichtig es ist, diesen Werken einen repräsentativen Auftritt zu verschaffen. Die überregionale und internationale Strahlkraft der Ausstellung ist der Grundstein für die Sichtbarkeit der Kunst in und außerhalb der Region. Noch dazu in gesundheitspolitisch schwierigen Zeiten, möchten die Kunstinstitutionen ihre Systemrelevanz für die Kultur demonstrieren und die Bildende Kunst trotz der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie zur Geltung bringen.

     © PORT25  

Hafenstraße 25-27   68159 Mannheim   Tel. 0621 33934397

Mi — So 11 – 18 Uhr

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