Peter Dreher 

Das Prinzip der Wiederholung ist bei Peter Dreher Ausdruck seiner kontinuierlichen künstlerischen Praxis. Seit 1974 entsteht auf dieser Basis sein Opus Magnum „Tag um Tag guter Tag“. Es teilt sich in eine Tagserie und eine Nachtserie aus insgesamt mehreren Tausend Arbeiten. Ungefähr 50 mal im Jahr malt Dreher jeweils das selbe schlichte Becherglas bei gleichbleibenden äußeren Bedingungen auf eine 25 x 20 cm große Leinwand und fügt eine fortlaufende Nummerierung hinzu. Die weiße Standfläche des Glases und der weiße Hintergrund sind durch eine horizontale Linie voneinander getrennt, das Mostglas jeweils exakt in der Bildmitte positioniert. In der Nachtserie spiegelt sich das künstliche Licht im Glas; die Bilder, die am Tage entstehen, geben das Licht, das durch das Fenster in den Atelierraum und auf die Staffelei fällt, wieder.

Was bewegt einen Künstler dazu, in einem Zeitraum von über vierzig Jahren identische Kompositionen vom selben Gegen- stand zu malen? Durch die Wiederholung entzieht sich Peter Dreher der Notwendigkeit ein bestimmtes Bildsujet auswählen zu müssen, ebenso wie der damit verbundenen Frage nach dessen Bedeutung und der Interpretation seines malerischen Ausdrucks. Er vergewissert sich allein durch den Malprozess, der zu Lebzeiten nicht abgeschlossen werden kann, seiner Identität als Maler. Zugleich verweist die zen-buddhistische Quelle des Titels “Tag um Tag...” auf das Paradoxon menschlicher Zeit- und Raumvorstellungen. Entsprechend malt Dreher ebenso das, was er sieht, wie das, wovon er Kenntnis hat.

 

Peter Dreher (*1932 Mannheim) studierte von 1950 bis 1956 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe u.a. bei Karl Hubbuch und Erich Heckel, wurde ebenda 1968 zum Professor berufen und ist heute emeritiert.

 

 

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