Ulises Morales Lamadrid 

„Menschen sind zu allem fähig, auch wenn es noch so absurd erscheinen mag, um zu vermeiden, sich ihrer eigenen Seele zu stellen. Niemand wird erleuchtet, indem man Lichtfiguren phantasiert, sondern indem man ihnen ihre Dunkelheit bewusst macht.“ 

Carl Jung

 

In meiner Arbeit entwickle ich durch Beobachtung ein visuelles Laboratorium, das mir erlaubt, das kollektive und das individuelle Gedächtnis zu untersuchen und darzustellen: „Gedächtnis als Metapher der Zeit.“ Dabei interessiere ich mich für all jene Arten von Beziehungen, die zwischen Menschen in ihrem sozialen Umfeld aufgebaut werden. Ich betrachte zwischenmenschliche affektive Beziehungen, wie sie beispielsweise in der Familie vorkommen. Ich untersuche aber auch Machtverhältnisse mit ihren Machtzentren, sowie die Handlungsweisen, die Menschen dabei annehmen, ihre Stereotype und Muster sowie die Nischen, die sich bilden. Eine Art visuelle Anthropologie. 

 

Die Betrachtung von Menschen in ihrer gewohnten Umgebung ermöglicht es mir, dem Alltag die kleinen Details zu entnehmen, um in meiner Arbeit eigene Ikonen zu schaffen oder bereits etablierte Ikonen neu zu beleben. So etabliere ich eine Welt persönlicher Codes, um sie in meinen Zeichnungen, Acrylgemälden und Installationen zu verwenden. Formal sind meine Artikulationen flexibel und voller Nuancen, zumal ich von Alltagssituationen und unterschiedlichen Materialien ausgehe und versuche, meine Wahrnehmungen im Laufe des kreativen Prozesses umzuwandeln. Ich wähle dafür gewöhnliche und vermeintlich wertlose Materialien. Die ausgewählten Materialien platziere ich dann in Situationen, die das Lokale in den Mittelpunkt stellen und gleichzeitig betonen, wie Kunst als Spiegel der Realität verstanden werden kann. All dies hat dabei seine Wurzeln in der kubanischen Kultur und ist gleichzeitig der Schlüssel zu meiner Arbeit.

Ulises Morales Lamadrid

Deltabeben. Regionale 2020

In Kooperation mit der Kunsthalle Mannheim und dem Kunstverein Mannheim

Arthur Bauer, Ulises Lamadrid, Lucia Dominguez Madeira, Miriam Stanke, Jutta Steudle,

Helena Walter, Konstantin Weber, Stefan Wäldele, Lin Yulong.

29. November 2020 — 24. Januar 2021

 

Die sechste Ausgabe der Ausstellungskooperation Deltabeben. Regionale feiert zugleich das zehnjährige Bestehen dieses für das Kunstschaffen in der Rhein-Neckar Region wichtigen Gemeinschaftsprojektes. Alternierend werden an dieser Biennale in Ludwigshafen und Mannheim Werke von Künstler*innen präsentiert, deren Atelier und Arbeit hier in der Region verankert ist. Die regionale Verortung orientiert sich an den Koordinaten einer Nord-Süd-Achse von Mainz bis Karlsruhe und der Ost-West Verbindung zwischen Kaiserslautern und Heidelberg.

 

Im Jahr 2020 sind es die drei Mannheimer Institutionen Kunsthalle, Kunstverein und PORT25 – Raum für Gegenwartskunst, die zusammen eine kuratierte Auswahl zeitgenössischer Künstler*innen aus verschiedenen Generationen vorstellen. Die Werke repräsentieren alle relevanten Medien des gegenwärtigen Kunstschaffens, von der Malerei über Fotografie und Zeichnung bis zu multimedialen Installationen oder auch Performance. Damit zeigt die Region einmal mehr ihr Potential an künstlerischer Arbeit und demonstriert, wie wichtig es ist, diesen Werken einen repräsentativen Auftritt zu verschaffen. Die überregionale und internationale Strahlkraft der Ausstellung ist der Grundstein für die Sichtbarkeit der Kunst in und außerhalb der Region. Noch dazu in gesundheitspolitisch schwierigen Zeiten, möchten die Kunstinstitutionen ihre Systemrelevanz für die Kultur demonstrieren und die Bildende Kunst trotz der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie zur Geltung bringen.

     © PORT25  

Hafenstraße 25-27   68159 Mannheim   Tel. 0621 33934397

Mi — So 11 – 18 Uhr

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